Sonntag, 28. Mai 2017, 17 Uhr

Alte Schule - Museum

 

Trio FAuST mit 

Julian Fahrner, Violine

Timo Steininger, Horn

Helge Aurich, Klavier

 

Werke von Beethoven, Ysaÿe und Brahms

Julian Fahrner, Helge Aurich, Timo Steininger

(von links nach rechts, Foto Walter Bronner)

Feuertaufe bestanden

Weiler Zeitung, 30.05.2017 05:22 Uhr

 

Von Walter Bronner

Da blieb kein Stuhl mehr frei im Musiksaal des Museums „Alte Schule“ in Efringen-Kirchen, als das Trio „FAuSt“ mit Julian Fahrner (Violine), Helge Aurich (Klavier) und Timo Steininger (Horn) am Sonntag im Rahmen der

Kammermusikreihe „Junges Podium“ konzertierte.

Schließlich haben die hier und in Weil am Rhein aufgewachsenen und mittlerweile über dreißigjährigen Interpreten schon als hochbegabte Schüler mit

Landes- und Bundessiegen bei „Jugend-musiziert“-Wettbewerben Staunen und Aufmerksamkeit in der  regionalen Musikszene erregt.

Inzwischen sind sie überregional und international im Konzertleben etabliert, unter anderem mit Engagements in Rundfunk- und Festival-Orchestern, Aurich auch als Musikhochschul-Dozent.

Als konzertierendes Trio, dessen Bezeichnung sich aus den Initialen der Nachnamen ableitet, absolvierten sie indes ihre vorzüglich bestandene Feuertaufe. Originalliteratur für diese instrumentale Besetzung ist zwar so gut wie nicht vorhanden, abgesehen von einer berühmten Ausnahme. Dieses 1865 entstandene wunderbare Es-Dur-Trio (op. 40) für Waldhorn, Violine und Klavier des damals zur Erholung im Schwarzwald weilenden 33-jährigen Johannes Brahms war denn auch Hauptstück dieses Konzerts. Die drei Interpreten

präsentierten es mustergültig mit draufgängerischem Impuls und sorgsam ausgestalteten Klangwirkungen.

Mit großer melodischer Anmut erstand so der

gemütvoll-wiegende Andante-Kopfsatz, lebhaft-beschwingt das folgende Scherzo-Allegro, wehmutsvoll-klagend das  Adagio mesto, in dem Brahms trauerndes Gedenken an seine kurz zuvor verstorbene Mutter ausdrückt, und

heiter-bewegt auftrumpfend das Allegro con brio des Finalsatzes.

Zu Beginn des Konzerts erhielt Beethovens frühe Sonate F-Dur (op. 17) für Horn und Klavier in den von einem kurzen Adagio-Mittelteil verbundenen Ecksätzen

eine gewinnende Ausdeutung voll lichter Heiterkeit und vitalem Drive.

Romantischer Gefühlsüberschwang mit virtuosen, sehnsüchtig schwärmerischen Geigen-Kantilenen entfaltete sich aufs Schönste im „Poème élégiaque“ für Violine und Klavier des belgischen Spätromantikers Eugène Ysaye.

Und mit Dmitri Schostakowitschs Präludium und Fuge d-Moll – eine gehaltvolle, sich ins Ekstatische steigernde Hommage des russischen Meisters an Johann

Sebastian Bach – demonstrierte der durchgängig vollbeschäftigte Pianist eine weiteres Mal sein stupendes Können.

Den anhaltenden Beifall vergalt das Trio mit einer berückenden Romanze des

französischen Spätromantikers Charles Koechlin.

 

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