Sonntag, 31. Januar 2016, 17 Uhr

Mehrzweckhalle - Foyer

Podium junger Künstler

Gregor Hänsler – Violine

Mirjam Wagner – Klavier

Werke von C. Frank, C. Debussy und M. Ravel

 

 

Gregor Händler (Violine) und Miriam Katharina Wagner (Klavier) Foto: W.Bronner

Efringen-Kirchen

Musikalität und Temperament

Weiler Zeitung, 01.02.2016 20:06 Uhr

 

Von Walter Bronner

Efringen-Kirchen. Kammerkonzerte, die ausschließlich Werke französischer

Komponisten des 20. und 19. Jahrhunderts enthalten, sind hierzulande – trotz

der Grenznähe zu Frankreich – Musikanlässe mit Ausnahmestatus. Umso

staunenswerter, wenn sich hochbegabte Nachwuchstalente aus dem

Markgräflerland dieses Repertoires bemächtigen. Das Duo Mirjam Katharina

Wagner (Klavier) und Gregor Hänssler (Violine), 20 und 19 Jahre alt, wurde

mehrfach mit Bestbewertungen in „Jugend-musiziert“-Wettbewerben auf

Bundesebene ausgezeichnet. Es hat sich auf dieses Genre spezialisiert und

belegte jetzt in der Reihe „Podium junger Künstler“ im Rahmen der

Kammerkonzerte Efringen-Kirchen mit einem imponierenden Auftritt seine

Kompetenz: hinsichtlich exemplarischer Darbietung kammermusikalischer

Tonschöpfungen von Claude Debussy, Maurice Ravel und César Franck.

Von Ersterem erklang eingangs die Sonate g-Moll, deren synkopisch gleitende

Konturen im Kopfsatz, leicht ironischen Klangfärbungen im Interméde-Mittelteil

und vital-sprühenden harmonischen Wendungen im Finale eine geradezu

analytische Ausdeutung erfuhren. Zwei aparte Miniaturen – ein sanft-elegisches

Nocturne und eine kapriziös-tänzerische Cortège – der 1918 mit nur 24 Jahren

verstorbenen Lili Boulanger bildeten den Übergang zu Maurice Ravels

hochvirtuoser Rhapsodie „Tzigane“: ein Prüfstein und zugleich Paradestück für

ambitionierte Geiger, das Gregor Hänssler mit aller virtuosen Brillanz vorführte.

Die Partnerin am Klavier gab nach der Pause eine eindrückliche Kostprobe ihrer

grundsoliden Vertrautheit mit Debussys Klangmitteln und musikalischen

Gedanken mit einer ebenso sorgfältigen wie suggestiven Interpretation dreier

Préludes.

Das wirkungsstarke Finale bestritt das junge Duo mit César Francks populärer ADur-

Sonate, deren geigerisches Eingangsmotiv der fallenden Terzen, das sich laut

Marcel Proust „wie aus Klangwellen erhebt“, in allen vier Sätzen wieder und

wieder aufscheint. Die Wiedergabe durch das exzellent harmonierende junge

Duo geriet zu einer fesselnden Interpretation, in der sich Musikalität und

Temperament aufs Schönste verbanden.

Als Zugabe wurde Lili Boulangers aparte „Cortège“ wiederholt.

 

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