Datum: Sonntag, 25.01.2015  
Uhrzeit: 17 Uhr  
Ort: Mehrzweckhalle - Foyer  

Künstler:

 

 

Amelie Gehweiler – Violine

Richard Schwennicke – Klavier

 

 
Werke: Werke von Beethoven, Brahms und Stravinsky

 

Amelie Gehweiler und Richard Schwennicke

Rezension Badische Zeitung                                               28. Januar 2015

 

Intensiver Dialog der Instrumente

 

Es ist eine gute Tradition der Kammerkonzerte Efringen-Kirchen, dass in der Saison ein Konzert als "Podium junge Künstler" ganz der Förderung des musikalischen Nachwuchses

gewidmet ist. So hat das Publikum die Chance, werdende große Musiker auf ihrem Werdegang zu begleiten und somit intensiv daran teilzunehmen.

 

Am Sonntag waren im Foyer der Mehrzweckhalle die 1995 in Lörrach geborene und bereits mit vielerlei Preisen ausgezeichnete Geigerin Amelie Gehweiler und der ebenfalls 1995 geborene, aus Berlin

stammende, Pianist Richard Schwennicke, die seit zwei Jahren gemeinsam Kammermusik betreiben, Gäste der Konzertreihe mit einem außerordentlich kurzweiligen Konzert.

 

Beethovens begeisternd interpretierte ansteckend heitere Sonate für Violine und Klavier inG-Dur eröffnete das Konzert. Gleich zu Beginn wurden die Stärken des bestens aufeinandereingespielten Duos deutlich: Zu nennen ist vor allem die große Einheitlichkeit der Interpretation, bei der die Werke jeweils als große Einheiten interpretiert werden, über die

die Instrumente einen intensiven Dialog führen. Das dynamische Spektrum, das dabei ausgelotet wird, ist von beachtlicher Breite. Gehweiler überzeugt mit dem warmen, weichen Ton ihrer Geige, Schwennicke durch sein – vielleicht mitunter etwas zu fulminantes Spiel. Als starker Kontrast war der zweite Satz mit seinem einschmeichelnden Beginn angelegt, in dem

die Musiker geradezu unglaublich große musikalische Bögen zogen. Sehr reizvoll wurden die Kontraste zwischen den Kantilenen der Violine und den kurzen, heftigen Schlägen des Klaviers gezeichnet. Das Tempo wurde sehr organisch variiert, immer aber war es ein harmonisches Miteinander der Instrumente, die sich vollkommen natürlich ergänzten.

 

Francis Poulencs Sonate für Violine und Klavier von 1943 entführte das sehr reichlich erschienene Publikum dann in eine völlig andere, aber ebenfalls außerordentlich reizvolle Klangwelt, wobei den Musikern der Übergang absolut bruchlos gelang.

Gehweiler überzeugte nicht nur bei den breitestens getragenen Kantilenen, teilweise im Portato, dann im Legato,mitunter auch mehrstimmig oder ein ausgedehntes Glissando kurz vor dem überraschenden

Schluss: auch die ausgedehnten Pizzicati gelangen sehr überzeugend, oftmals geradezu mitden Augen zwinkernd.

Die immer wieder überraschenden Wendungen des Werkes wurden

natürlich gestaltet. Man hatte so den sicheren Eindruck, dass die Musiker voll und ganz inihrer Musik leben.

 

Die Violinsonate op. 108 in d-moll von Brahms bildete nach der Pause den Abschluss. Der Kopfsatz mit seinen breit angelegten Crescendi und Decrescendi wurde mitreißend –teilweise verträumt, dann wieder zupackend – gestaltet. Ihre große Musikalität, die die Virtuosität immer ganz natürlich ergänzte, konnten die Musiker vor allem im Schlusssatz mit

seiner ausspielen.

Als Zugabe gab es eine der drei Romanzen Robert Schumanns, ein Werk

der leisen Töne vor dem großen, mit Bravorufen gespickten begeisterten Schlussapplaus.

Autor: gmf

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