Sonntag 25.Oktober

Hohenloher Streichquartett

Magdalene Kautter - Violine

Dietrich Schüz - Violine

Wolfgang Hermann-Kautter - Viola

Jörg F. Baier - Violoncello

 

 

 

Ein besonderer Kammermusikabend mit dem Hohenloher Streichquartett

 

1. Kammerkonzert startet mit dem Hohenloher Streichquartett 

 

 

Die Kammerkonzerte Efringen-Kirchen sind eine feste Größe im Konzertkalender der Region. Die neue Saison wurde nun am Sonntag, den 25.10. mit einem anspruchsvollen Konzert begonnen. Das Hohenloher Streichquartett hatte nur zwei Werke im Gepäck dabei, doch diese waren mächtige Monolithen. 

 

  • Der unverstandene Beethoven – warum eigentlich?

 

Die späten Quartette von Beethoven wurden oft nicht verstanden und galten als schroff. Bereits Walter Kösters sprach in seiner Begrüßung davon, dass man sich an schroffen Dingen reiben kann, und Reibung erzielt Wärme. Er hatte damit gar nicht so unrecht. 

Das 13. Quartett op.130 in B- Dur wurde vom Hohenloher Streichquartett sehr geschmackvoll und mit viel Wärme interpretiert. Die Tempi waren gut gewählt, das wichtige Prinzip von Spannung und Entspannung also von Dissonanz und Konsonanz wohl überlegt. 

Das Quartett in der Besetzung Magdalene Kautter und Dietrich Schüz (Violinen) Wolfgang Hermann-Kautter (Viola) und Jörg F. Baier (Violoncello) musizierte vom ersten Ton an mit Konzentration und Herzblut. Beim Hören des Konzertes wurde man an ein Zitat von Goethe erinnert, der da meinte: “in Beethovens Quartetten vier intelligente Menschen sich miteinander unterhalten zu hören“. 

Diesem kann man für den gestrigen Abend nur zustimmen. Immer wieder lässt Beethoven rezitativisch die einzelnen Instrumente mit einander reden. Die Musiker nahmen gerne diese Aufforderung an und es wurde durchaus ein unterhaltender Abend. Das Beethovens letzte Quartette oft unverstanden sind hat auch mit seiner Person und der Zeit in welcher sie entstanden zu tun. Er schrieb sie nach seinen großen Sinfonien und anderen großartigen Werken. Und nun… wie geht es weiter? Er schaut auf sein Lebenswerk zurück - im Quartett op.130 sind viele Anklänge an seine Sinfonien besonders der Pastorale zu hören. Beethoven hat in seinen letzten Lebensjahren besonders die Gottheit der „Natur“ verehrt. Auch sein Wunsch nach Einfachheit und Ruhe ist immer wieder überliefert. Er ringt nach neuen Wegen. Die Musiker bringen diese Anklänge gut hörbar zum Ausdruck. 

Das Quartett schafft die Balance zwischen einer musikalisch technischen tollen Interpretation und einer philosophischen Betrachtung über das Leben.

 

  • Sein letztes Jugendwerk – Debussy öffnet viele Türen 

 

Nach der Pause musizierte das Hohenloher Streichquartett das Quartett in g- Moll op. 10 von Claude Debussy. Es sollte sein Einzige bleiben, obgleich Debussy immer davon sprach ein weiteres zu komponieren. Die MusikerInnen wechselten nun gekonnt in die französische Sprache. Der Klang ihrer Instrumente wurde durch die impressionistische Musik leicht und schwebte über dem Boden. Man spürte ihre Freude an den Klängen an den Passagen die im Nichts scheinbar verschwanden. Debussy hält sich in diesem Werk noch an tradierte Vorbilder, doch stößt er die Türen zu neuen Klängen ganz weit auf. Im Vergleich zu Beethoven, der mit seinen Melodien Freude oder Trauer, Liebe oder Gebrochenheit darzustellen versucht. Ist es bei Debussy die Harmonie und die harmonischen Folgen die den jeweiligen Ausdruck verdeutlichen. Die Melodie besteht oft nur aus kleinen Motiven oder Floskeln. Die vier MusikerInnen beleben diese Musik so sehr, als ob man sich auf einem Boulevard in Paris wieder finden würde. 

 

Großartig, und mit viel Applaus wurden das Quartett gebeten noch eine Zugabe zu geben. Mit einem einfachen und schlichten Satz über „Der Mond ist aufgegangen“ wurde das Publikum verabschiedet.   

 

von Eckhard Lenzing

 

 

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