Sonntag, 01. Februar                             

 

Flötentrio

Maruta Staravoitava - Flöte

Anna Mazurek-Thiersch - Violoncello

Liudmyla Polova - Klavier

Werke von Weber, Hummel, Beach & Debussy

 

 

Ein Konzert der Raritäten

KLASSISCHE MUSIK Ein besonderes Programm in seltener Besetzung war bei den Kammerkonzerten Efringen-Kirchen zu hören. Ein Trio aus Flöte, Cello und Klavier begeisterte mit Stücken, unter anderem von 

Amy Beach.

 

 

 

Von Roswitha Frey (Badische Zeitung - Mittwoch,4.Februar 2026)

 

EFRINGEN-KIRCHEN  Es ist ein Trend geworden, dass in der klassischen Musik immer mehr Komponistinnen entdeckt werden. „Uns als Frauen ist es wichtig, in unserem Programm eine Komponistin zu präsentieren“, sagte die Cellistin Anna Mazurek-Thiersch, „es gibt so viel fantastische Musik von Frauen, die es nicht leicht hatten.“ Eine davon, die Amerikanerin Amy Beach (1867-1944), fand sich im Programm, das Anna Mazurek-Thiersch zusammen mit der Flötistin Maruta Staravoitava und der Pianistin Liudmyla Polova bei den Kammerkonzerten Efringen-Kirchen präsentierte. 

 

Wie Anna Mazurek-Thiersch sagte, habe Amy Beachs Ehemann ihr nur einen Konzertauftritt pro Jahr erlaubt. Erst nach dem Tod ihres Mannes setzte sie ihre Konzertaktivität fort. Von Amy Beach hörte das Publikum im gut besuchten Saal der Alten Schule zwei bezaubernde Stücke im Stil von Spätromantik und Impressionismus: eine ruhige, zarte, feinsinnig gespielte Pastorale, in der eine ländliche Naturimpression aufscheint, und die Caprice „Wassergeister“, ein sprudelndes, wirbelndes Stück voller Esprit und klanglicher Raffinesse. 

 

Es war überhaupt ein Konzert der „Raritäten“, wie es Anna Mazurek-Thiersch nannte. Schließlich ist die Besetzung mit Flöte, Cello und Klavier so selten wie reizvoll. Sonst hört man eher die klassische Klaviertrio-Besetzung mit Klavier, Geige und Cello. 

 

Das war auch ein Anreiz für die Organisatoren Eckhard Lenzing und Walter Kösters, dieses Flötentrio erstmals einzuladen. Die drei Musikerinnen, die sich vom Studium in Basel kennen, eröffneten das Konzert mit dem Trio g-Moll op. 63 von Carl Maria von Weber, einem Originalwerk für Flöte, Cello und Klavier. Klangschön, ganz im romantischen Ausdruck und Gestus, interpretierten sie dieses Werk des großen Opernkomponisten. Der brillante, klare Flötenton, das warme, füllig-sonore Cellotimbre und das glänzend-virtuose Klavierspiel gingen in den melancholischen und bewegten Passagen wunderbar zusammen. Besonders im Klagegesang von Flöte und Cello im ersten Satz und in der elegischen „Schäfers Klage“ zeigte sich die melodische Einfühlsamkeit und hohe klangliche Qualität der Interpretinnen. Höchst inspiriert im Zusammenspiel, mit Frische, Elan und Esprit gingen sie den Finalsatz an. 

 

Daran schloss sich ein weiteres Originalwerk für diese besondere Besetzung an: das Trio A-Dur von Johann Nepomuk Hummel. Der Zusammenklang im Trio erwies sich als fein austariert, gefühlvoll und von sprühender Virtuosität. Eine Kostbarkeit ist der Variationensatz über ein ukrainisches Lied, der kunstvoll, einfallsreich und nuanciert gespielt wurde. Ein vor Spiellaune sprühendes Rondo beschloss diese packende Hummel-Wiedergabe. 

 

Auf die Stücke von Amy Beach im zweiten Teil folgte das Klaviertrio G-Dur von Claude Debussy. Dieses Frühwerk – eigentlich für Violine, Cello und Klavier – passte auch wunderbar für Flöte. Das fand auch das Publikum, das eine Darstellung voller Klangschönheit, Eleganz, Anmut und Ausgewogenheit hörte, geprägt von Klarheit, Klangsinn und einem gelösten Musizieren. Mit der Danse fantastique von Paul Juon als Zugabe setzten die Musikerinnen das i-Tüpfelchen auf ein begeistert aufgenommenes Konzert. 

 

Zu Beginn hatte Walter Kösters mit ehrenden und liebevollen Worten an Karin Zimmer erinnert, die im Januar nach schwerer Krankheit verstorben ist. Karin Zimmer habe sich 20 Jahre lang, von 1990 bis 2011, bei der Organisation der Kammerkonzerte Efringen-Kirchen engagiert, sagt er. Auch nach ihrer aktiven Zeit ab 2011 habe sie immer wieder geholfen. Insgesamt habe sie 30 Jahre lang die Reihe begleitet und unterstützt. „Wir sind sehr traurig, weil sie uns mit ihrer wachen und offenen Art immer gutgetan hat“, würdigte Kösters sie als „Seele der Kammerkonzerte“. Es sei tröstlich, dass die Reihe weiterlaufen könne, was auch Karin Zimmers Engagement zu verdanken sei. 

 

Wie Kösters auf Anfrage sagte, tangiere die kürzlich vom Gemeinderat Efringen-Kirchen beschlossene Schließung des Museums in der Alten Schule die Kammerkonzerte nicht. Man plane weiter mit dem Saal in der Alten Schule als bewährtem Konzertraum. Wie stets konnten die Besucher im Anschluss bei einem Hock bei Wein und Käse mit den Musikerinnen ins Gespräch kommen.

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