Sonntag, 27. Oktober 2019,                                       17.00 Uhr Alte Schule - Museum

Ensemble Tityre

Flöte, Oboe, Klavier und Sprecherin

Werke vor allem von englischen Komponistinnen:

Ethel Smith - Jane Marie Guest - Ralph W. Williams
Cecilia McDowall - Mrs. Philharmonica - Ruth Gipps
& Madeleine Dring

 

 

 

<< Annette Hermeling, Katja Geist, Arne Grützmachner, Bettina Pfeiffer (vorne)

 

 

Unbeschreiblich weiblich

Badische Zeitung

Von Eckhard Lenzing

Do, 07. November 2019

Efringen-Kirchen

Das Ensemble Tityre widmete sich englischen Komponistinnen.

 

EFRINGEN-KIRCHEN. 

Dass die Programmgestaltung bei den Kammerkonzerten in Efringen-Kirchen sehr variabel ist, davon konnten sich die Hörer am vergangenen Sonntag im Saal der Alten Schule wieder einmal ein Bild machen. Das Ensemble Tityre war aus Hamburg angereist, um sein Programm "Englische Komponistinnen – unbeschreiblich weiblich!" zu Gehör zu bringen. Die Namen der Frauen waren sicher eher einem kleinen Fachpublikum bekannt, so dass es wirklich an der Zeit ist, Ethel Smyth, Jane Mary Guest, Cecilia McDowall, Mrs Philharmonica, Ruth Gipps und Madeleine Dring vorzustellen. Ralph V. Williams, der Quotenmann, war in seiner Bedeutung als Lehrer und Förderer einigen von ihnen sehr verbunden.

Alle Komponistinnen mussten für ihre Kompositionen kämpfen und sich ständig erklären. Ein Komponist oder Dirigent hatte im Verständnis vieler männlich zu sein. Dies ändert sich heute langsam, aber der Weg zur Gleichberechtigung, bei der nicht mehr erwähnt werden muss, dass eine Frau dirigiert oder komponiert, sondern einfach die Werke diskutiert werden, ist noch ein weiter.

 

Mrs Philharmonica – wahrscheinlich eine Frau des 17. Jahrhunderts – komponierte zwölf hochbarocke, im italienischen Gusto stehende Triosonaten. Diese mussten noch unter dem Pseudonym Mrs Philharmonica herausgegeben werden. Die Farbigkeit und Dichte der Sonate ist eindrücklich und wurde sehr gekonnt vom Ensemble wiedergegeben.

 

Jane Mary Guest war Schülerin von Johann Christian Bach, auch ihre Sonate für Oboe und Klavier ist dem Zeitgeist des Rokokos ganz nah. Für die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts steht Ethel Smyth mit ihrem Werk. Die Britin studierte in Leipzig und wurde dort sehr mit der deutschen Musik vertraut. In diesem Sinne spielten die drei Musiker beiden Stücke zu französischen Volksweisen. Zu Beginn wurde musikalisch und szenisch daran erinnert, dass Smyth so fast nebenbei mit "The March of Women" der Frauenbewegung ihre Hymne gab. Das 20. Jahrhundert wurde mit Cecilia McDowall, die mit sehr vitalen Rhythmen in ihren Werken der Moderne sehr nahe steht und oft auch Filmmusiken schreibt, Ruth Gipps und Madeleine Dring vertreten.

Das Ensemble war großartig aufeinander abgestimmt und beeindruckte mit seinem Spiel. Flöte und Oboe harmonierten ganz wunderbar, und Bettina Pfeiffer am Klavier begleitete subtil und unaufdringlich. Durch das Programm wurde das Publikum von Katja Geist geführt. Leider war das Konzert nicht gut besucht. Für die Anwesenden boten die Geschichten und vor allem die Musik bereichernde Momente.

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