Sonntag, 28.Januar 2018, 17.00 Uhr Alte Schule - Museum                   Podium junger Künstler                

Beim ersten Kammerkonzert des Jahres in Efringen-Kirchen spielten die jungen Künstlerinnen (von links) Simona Umarov, Shio Ohshita, Chloé de Guillebon und Huda Knobloch.

 

Federleichte, tanzende Töne

 

Von ouk

Do, 01. Februar 2018

 

EFRINGEN-KIRCHEN (ouk). Vier junge Künstlerinnen eröffneten die Reihe der Kammerkonzerte in Efringen-Kirchen in diesem Jahr. Auf Originalinstrumenten spielten Shio Ohshita, Huda Knobloch, Simona Umarov und Chloé de Guillebon in der Alten Schule Werke aus der Renaissance, dem Barock und dem Übergang zur Klassik. Sie verzauberten die rund 70 Zuhörer mit ihrem ausdrucksvollen, fein nuancierten Spiel.

 

Das "Podium junger Künstler" ist fester Bestandteil der 60 Jahre alten Kammerkonzertreihe. Mit Shio Ohshita stellte sich diesmal eine Musikerin vor, die ihr Aufbaustudium 2017 an der Schola Cantorum Basiliensis abgeschlossen hat und unter anderem als Konzertmeisterin im Barockorchester Compagnio die Punto spielt. Ihre Kolleginnen befinden sich noch im Aufbaustudium. Das Publikum applaudierte den jungen Musikerinnen nach jedem Stück stürmisch und lange.

Auch der besondere Klang der Instrumente gefiel vielen Zuhörern. So waren Violine und Viola, wie früher üblich, mit Darmsaiten bespannt. Dadurch klangen die Instrumente nicht so brillant und klar, wie es heute üblich sein mag, dafür aber voller und wärmer. Mit einer Fantasia des Renaissance-Komponisten Francesco da Milano eröffnete Simona Umarov auf der Laute das Konzert. Fein und präzise zupfte sie die Saiten, mit lebhaften Tonläufen entfaltete sie die Musik.

Eine Fantasia des Spaniers Alonso Mudarra folgte. Mit schnellen Läufen und überraschenden, zum Teil schrägen Tonsprüngen ahmte die Laute eine Harfe nach – ein burleskes Spiel. Im Stück "Tres Morillas", dessen Herkunft unbekannt ist, werden drei junge maurische Mädchen auf ihrem Weg zur Olivenernte besungen. Huda Knobloch auf der Viola und Shio Ohshita auf der Violine übernahmen den Part der Singstimmen. Kraftvoll strichen sie die Saiten an, um die Töne dann federleicht tanzen zu lassen. Chloé de Guillebon begleitet sie auf dem Cembalo. Mit zartem Klanggewebe hüllte sie bei fast allen Stücken die Musik der anderen ein und spielte die tragenden Basslinien.

Das Stück "Canario" von Johannes Hieronymus Kapsberger gehörte schon zum beginnenden Barock. Simona Umarov spielte es auf einer Theorbe, einem Saiteninstrument mit rundem Korpus. Die Theorbe klang voller und runder als die Laute – fast so wie eine Gitarre. Nur dass die 14 Saiten – darunter sieben Basssaiten neben dem Griffbrett am langen Hals des Instruments aufgespannt – eine viel größere Klangvielfalt eröffneten.

 

Später spielte Chloé de Guillebon auf dem Cembalo ein Meisterwerk des Barock – die Toccata in c-Moll von Johann Sebastian Bach. Federleicht und transparent arbeitete die junge Musikerin die Klanglinien dieses virtuos komponierten Werkes heraus.

Auch die Zeitreise durch die Musikstile war interessant. Gegen Ende des Konzertes erklang die Sonata per Viola in c-Moll von Luigi Boccherini. Im 18. Jahrhundert, an der Schwelle vom Barock zur Klassik, sollte die Musik menschlichen Gefühlen wieder mehr Raum geben. Ausdrucksvoll und in synkopischen Rhythmen stimmten die Viola und Violine diese Sonate an. Übermütig springende Töne der Geige drückten Freude aus. Mit einem Umtrunk klang der Konzertabend aus.

 

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